22.12.2015 Offener Brief der Freunde der Kunsthalle

Der Rat der Stadt Osnabrück hat am 8. Dezember 2015 beschlossen, den Etat für die Stadtgalerie um 20.000 € zu kürzen.

Wir, die Freunde der Kunsthalle Dominikanerkirche, protestieren gegen diese Reduzierung der Möglichkeiten der Arbeit der Kunsthalle und insbesondere der Möglichkeiten für die regionalen Bildenden Künstler/innen.

Wie ist diese Entscheidung begründet? Bisher gar nicht.

Was ist das für eine Umgangsweise aller(!) Ratsfraktionen, völlig überraschend diese Entscheidung intransparent hinter verschlossenen Türen abzusprechen, ohne Gespräche mit den Künstler/innen, mit der Kunsthalle, mit den Freunden der Kunsthalle, mit der Heilpädagogischen Hilfe zu führen?

Ist das die Würdigung und der Respekt gegenüber dem hochgehaltenen und immer wieder eingeforderten Bürgerengagement und Ehrenamt?

Was sagt diese Vorgehensweise über die Qualität von Ratsentscheidungen aus, wenn ohne Diskussion, Begründung und ohne Einbindung von Fachleuten und Beteiligten die Förderung der lokalen Bildenden Künstler/innen drastisch reduziert wird?

Wie kann es passieren, dass so eine Entscheidung ohne Anhörung des Kulturausschusses erfolgt? Es ist ein Fehler und Armutszeugnis aller Ratsfraktionen, dass so eine gewichtige Entscheidung nicht in die Haushaltsdebatte im Kulturausschuss eingebracht wurde.

Was ist die Kürzung für ein Signal an eine Kunsthallenleitung, die gerade zwei Jahre im Amt ist und zusammen mit den Künstler/innen neue Wege der Zusammenarbeit von Künstler/innen und Cafébetrieb in der Stadtgalerie ausprobiert hat, um mit den gemachten Erfahrungen ein zukunftsfähiges Konzept für Kunstprojekte in der Stadt zu entwickeln?

Wofür hat der Rat strategische Stadtziele beschlossen, wenn sie bei der Haushaltsentscheidung nicht handlungsleitend sind? Die Stadtgalerie als derzeitige Form der Künstlerförderung ist dem Ziel ‚Vielseitige Kultur- und Freizeitangebote‘  zuzuordnen und insbesondere dem Ziel „Osnabrück wird 2020 als … Kulturstandort nach …. innen stärker wahrgenommen. Vielfältige, auch niedrigschwellige Kultur- und Freizeitmöglichkeiten tragen zum Dialog und zur Identifikation innerhalb der Stadtgesellschaft bei und berücksichtigen aktuelle Trends und gesellschaftliche Entwicklungen.“

Die Einsparsumme entbehrt im Vergleich zum angerichteten Schaden jeder Verhältnismäßigkeit. Und mit der Entscheidung und dem Verfahren ist das Vertrauen in die Transparenz und die Zusammenarbeit von Rat, Verwaltung und Kunstakteuren in Osnabrück beschädigt worden.

Die Freunde der Kunsthalle Dominikanerkirche erwarten von den Ratsfraktionen, die Kürzung der 20.000 € für Kunstprojekte der regionalen Künstler zurückzunehmen.

Wir erwarten von Ihnen als Ratsfraktionen bzw. Entscheidungsträger Antworten auf unsere Fragen.

Osnabrück, den 22.12.2015

Hiltrud Schäfer
Vorsitzende Freunde der Kunsthalle Dominikanerkirche e.V.

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